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"Eine Hanswurstige Gesellschaft"

Eine Commedia dell Arte für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren

Eine Produktion des 'Teatro d´Arte Scarello'

Buch und Regie: Gian Andrea Scarello
Arlekino: Mike Detzel
Hans-Wurst: Guido Böhm
Columbina: Roberta Ascani
Spargnuncolo: Etta Streicher

 

Inhalt:
Hanswurst und Arlecchino sind beide noch in die pfiffige Colombina verliebt, die erst den einen, dann den anderen, am Schluß aber lieber keinen von beiden heiraten will.
Deshalb lebt sie nun genau in der Mitte der beiden auf der Spitze des Berges wo sie ein Gasthaus betreibt, das zur Einkehr für Jäger gedacht ist und dort ein einfaches Leben führt.
Doch dann entschließen sich Hanswurst und Arlecchino am gleichen Tag,  sich ihre geliebte Colombina zurückzuholen...

 

Technische Anforderungen:

  • 2 x 35 Minuten
  • Bühnenmindestgröße 6m Breite, 4m Tiefe
  • variables Bühnenlicht
  • Tonanlage mit CD-Player
    (Techniker wird vom Ensemble gestellt)
  • Raummikrofone ab einer Zuschauerzahl von 200 Personen

 

Historisches:
Es geht um die wirklich seltene Darstellung, dass sich die beiden Volkshelden Arlecchino und Hanswurst im selben Stück begegnen.
Es soll eine Demonstration dafür sein, dass die Commedia dell Arte zwar ihre Wurzel in Italien hat, ihre Entwicklung sich jedoch in ganz Europa vollzog: in England kannte man im 16. Jahrhundert eine Figur mit dem Namen "John Potage", im Norden Deutschlands und in Tirol den "Hanswurst".
In Italien war es der "Zanni" (Hans) in seinen vielen Variationen: "Zan Fracassa", "Zan Padel" usw.
Der wichtigste "Hans" unter allen ist "Arlecchino". Er ist eine besondere Spezifizierung des "Zanni".
So lassen wir also die beiden Figuren Hanswurst und Arlecchino in unserer Geschichte einen Berg erklimmen und somit zwei Kulturen der Commedia dell Arte aufeinandertreffen, die aus dem Süden und die aus dem Norden, und erbringen somit den Beweis, dass beide die gleiche Wurzel haben, in einer Theaterform die uns seit einem halben Jahrtausend fasziniert.
Bis heute sind sie lebendig geblieben in unterschiedlichen Regionen und Dramaturgien, aber in einem Theater ohne Grenzen:
die grosse Familie der "Commedia dell Arte".

 

Über die Commedia dell Arte:
Die Commedia dell Arte entstand in einer Zeit, als Theater nur noch bei hohen Herrschaften zu Hause war und das Volk keine Stimme im Bereich der Literarischen Kunst hatte.
So schuf sich das Volk eben seine eigenen Theatralischen Belustigungen und diese wuchsen allmählich zu einer so bunten und natürlichen "Theaterei" aus, die schliesslich alles andere von den Brettern verdrängte.
Die vornehme Welt fand selber Vergnügen daran.
Es war der uralte Mimus, der wieder in seine Rechte trat, der improvisierende Schauspieler, der seine Leute kannte.
Es wurde nach einem "Canovaccio" (loses Szenarium) gespielt, ganz ohne vorgeschriebene Texte. Es drehte sich um Dinge wie Liebesszenen, Ehebrüche, ein Verstecken des Hausfreundes und das Treiben dummdreister Bediensteter.
Es ist klar, dass die Spassmacher in solchen Stücken das Wort führten.
Das Spiel kam aus der uralten Lust des Volkes am fröhlichen Unfug, an der Nummerei. Es war die "Commedia dell Arte", zu Deutsch "Berufskomödie".
Der "Canovaccio" enthielt lediglich Angaben darüber, wie das Stück ungefähr zu laufen hatte. Alles andere war frei improvisiert.
Das Figuren-Material war in feststehenden Gestalten begründet.
Sie kamen aus unterschiedlichen Gegenden Italiens: so z.B. Arlecchino aus Bergamo, Pantalone aus Venedig, "il Dottore" aus Bologna, Pulcinella aus Neapel usw...
Diese Kunst wurde bald eine europäische Angelgenheit, eine Sache des Volkes in allen Ländern und die Spuren sind heute noch in den dramatischen Arbeiten illustrer Geister der Komödie zu finden.